Star-Trompeter Güttler bläst zum Meinungsstreit Nobelpreisträger Günter Blobel fordert "Leipzig braucht die Universitätskirche" Dokumentation Paulinerkirche 1240-1968 Ideenwettbewerb 1994 zur Gestaltung des Augustusplatzes Streit um "Installation Paulinerkirche" erhitzt nach wie vor die Gemüter Gedanken von Erich Loest zur Sprengung der Paulinerkirche CDU-Fraktion im Leipziger Stadtrat fordert "Installation lassen, Marx-Relief beseitigen" Kostbarkeiten der Kirche - durch Zivilcourage gerettet Copyright © 1999-2003 sponsored by
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ab sofort ist die Studiensammlung für den historischen Kunstbesitz der Universität Leipzig, Ritterstrasse 26, Erdgeschoss, jeweils montags in der Zeit von 11.00 bis 15.00 Uhr geöffnet! Kustodie / Kunstsammlungen der Universität Leipzig Kunstsammlung und Verwaltung
Goethestrasse 2
Tel. (0341) 97 30 170
e-mail: kustodie@rz.uni-leipzig.de www.uni-leipzig.de/~kustodie
Leiter: Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen
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zur
Kostbarkeiten der Unikirche -
Der 30. Jahrestag der widersinnigen Sprengung der Leipziger Paulinerkirche in diesem Jahr (1998) ist auch Anlaß, die geretteten Kunstschätze aus dem Inneren des Sakralbaus erneut der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ab heute (2. Dezember 1998) können sie im Hörsaalgebäude der Universität besichtigt werden. Und deren Bewahrung vor der Vernichtung ist eine ziemlich abenteuerliche Geschichte. Wie im Fluge vergingen die fünf Tage für jene, die im Mai 1968 in diesem Zeitrahmen das kunsthistorische Interieur der Paulinerkirche vor dem gleichen Schicksal zu bewahren suchten, welches das sie umhüllende und zur Sprengung freigegebene Gemäuer erwartete. Eine Aufgabe, die niemand vergeben hatte, die gar nicht existieren durfte. Der von der Leipziger Stadtverordnetenversammlung am 23. Mai 1968, dem Tag Christi Himmelfahrt, mit nur einer Gegenstimme gefaßte Beschluß zur Sprengung der Paulinerkirche lehnte ausdrücklich einen Antrag auf Bergung der Kunstschätze des Bauwerkes ab. "Die Stadtverordneten wollten eine tabula rasa schaffen", deutet heute Rainer Behrends, Kustos der Leipziger Universität, die städtische Ablehnung. Daß das Tabula-rasa-Spiel der
Mächtigen letztlich doch nicht ganz aufging, lag an der Entschlossenheit
und der Zivilcourage einiger Zeitgenossen sowie in dem die Sprengung begleitenden
Chaos begründet. Denn über den gleichen Weg, über den für
den Sperrmüll bestimmte Stühle, Bänke und anderes Kirchenmobiliar
die dichten Polizeiketten rund um die ehemalige, sich seit 1543 in Universitätsbesitz
befindende Dominikanerklosterkirche passierte, konnten auch etliche kunsthistorische
Kleinode gerettet werden.
Damit beschränkt sich die Einforderung der Kunstwerke durch die Universität auf Leipziger Einrichtungen, wobei die letzten Objekte erst nach 1989 wieder in deren Besitz gelangten. Dann konnte der langwährende Prozeß der Sicherung der Kunstwerke in Angriff genommen werden. Die wichtigsten Etappen dieses Prozesses markieren die Übernahme besonders kostbarer Stücke in die Obhut der universitären Kunstsammlung, der Vertragsabschluß mit der Landeskirche Sachsen über die sachgemäße Lagerung aller großformatigen Fragmente sowie die Entscheidung, den einstigen Hauptaltar der Paulinerkirche im Chorhaus der Thomaskirche aufzustellen und dort wieder liturgisch zu nutzen. Doch zur Ruhe dürfen die stummen Zeugen eines unfaßbaren Aktes ideologisch verbrämten Kulturbarbarismus noch immer nicht so recht gelangen. Aus Dresden kam ein klares "Nein" auf die Leipziger Anfrage nach Mitteln für eine ständige Ausstellung der Kunstschätze. Diese müssen weiterhin ihr Dasein weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit in den Räumlichkeiten der Kustodie führen. Die Zukunft der Kunstschätze könnte jedoch anders aussehen, würde die Universität Eigenengagement hinsichtlich einer Dauerausstellung zeigen. Der Anfang dafür scheint im Erdgeschoß des restaurierten Königlichen Palais in der Goethestraße gemacht worden zu sein, in dem seit knapp einem Jahr die Studiensammlung der Universität mit einigen Kunstwerken der Paulinerkirche für die Öffentlichkeit zugänglich untergebracht ist. Autor: Roger Dietze
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