Leipzig braucht die Universitätskirche
zum Wiederaufbau der 1968 gesprengten Paulinerkirche

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Unikirche: Prominente fordern Wiederaufbau 

Aufruf-Unterzeichner von Blobel bis Güttler 
Rektor Bigl: Späte Initiative 

Leipzig. "Wir fordern den Wiederaufbau der Paulinerkirche" - unter diesem Motto steht ein Aufruf, mit dem sich jetzt Prominente an die Öffentlichkeit wenden. Zu den 32 Erst-Unterzeichnern zählen Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel, der Maler Wolfgang Mattheuer, Leipziger Stadträte und Wissenschafts-Senior Carl Friedrich von Weizsäcker.

Der Aufruf wird zu jener Zeit publik, da die Universität dabei ist, den nach langwierigen Debatten vorbereiteten Architekturwettbewerb zur Gestaltung des neuen Campus am Augustusplatz anlässlich der 600-Jahrfeier im Jahr 2009 der Alma Mater auszuloben. Für den vom Land Sachsen zu finanzierenden Bau sollen nach jetziger Diktion 180 Millionen Mark zur Verfügung stehen. Rektor Volker Bigl: "Ich hätte mich gefreut, wenn jene Leute, die jetzt den Aufruf unterzeichnen, in den letzten Jahren mit Vorschlägen für realisierbare Projekte aktiv geworden wären. Mich würde interessieren, wie die Meinung der Leipziger ist. Vielleicht kommt ja so eine Diskussion in Gang, die lange ausgeblieben ist."

Aufruf-Unterzeichner ist auch der Trompetenvirtuose Ludwig Güttler, der zu den Initiatoren des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche gehört. Der nicht originalgetreue Wiederaufbau der Universitätskirche St. Pauli würde eine Kapitulation vor der Gräueltat der Sprengung des Jahres 1968 darstellen: "Gerade eine Stadt wie Leipzig darf sich das nicht vorwerfen lassen", so Güttler. 

Für das originalgetreue Erstehen der Kirche plädiert Günter Fritzsch. Der einstige Student der Physik hatte die Idee zu jenem spektakulären Plakat-Protest in der Kongresshalle. Fritzsch, in Frankfurt/M. zu Hause, verweist auf Parallelen mit der Paulskirche, die der Geldstadt geistige Impulse verleiht.

"Unser '68 war der Prager Frühling und die Sprengung der Uni-Kirche", erinnert Werner Schulz, bündnisgrüner Bundestagsabgeordneter aus Leipzig: Er spricht von einem "nationalem Kleinod", dessen einmalige Wiederaufbauchance nicht vertan werden darf.

© Leipziger Volkszeitung Online vom 10.07.2001



hier zum vollständigen Text des Aufrufs


Unterzeichner des Aufrufs [Stand: 31. März 2003]


Sie können hier den Aufruf ausdrucken.
Wenn Sie zu den Mitunterzeichnern gehören wollen, senden Sie bitte ein unterschriebenes Exemplar des Aufrufs an eine der unten angegebenen Kontaktadressen:
 
Dr. Manfred Wurlitzer
Dornröschenweg 11
04277 Leipzig
Tel.: 0341 8772357
Dr. Martin Helmstedt
Dietzgenstraße 8
04157 Leipzig
Tel.: 0341 9111651
Auch eine Übertragung des unterschriebenen Aufrufes als Fax an die Nummer 0341 978 22 65 (Geschäftsstelle des Paulinervereins) ist möglich.