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Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 14. Mai 2010
Leserfrage Gellerts Grabplatte erneuertGranitplatte vom Südfriedhof war zur ReparaturWas aus "der schönen alten Grabplatte für Christian Fürchtegott Gellert geworden ist", möchte Marianne Albrecht wissen. Seit kurzem liege auf dem Südfriedhof eine neue "sterile" Platte. Albrecht Graichen, Abteilungsleiter Friedhöfe beim Amt für Stadtgrün und Gewässer, verweist darauf, dass die alte Platte nur während der Rekonstruktionsarbeiten im Grassi-Museum ausgeliehen war und nun wieder dorthin zurück gekehrt sei. Die nunmehr wieder auf dem Südfriedhof liegende Granitplatte war 1968 angefertigt worden. Damals wurde die Universitätskirche St. Pauli gesprengt, in der Gellert (1715-1769) ruhte. Seine Gebeine wurden auf den Südfriedhof überführt. Damit wurde er zum dritten Mal umgebettet: Zunächst ruhte Gellert 128 Jahre auf dem Alten Johannisfriedhof, seine nächste Ruhestätte wurde für 52 Jahre die Johanniskirche, dann folgte für 19 Jahre die Universitätskirche St. Pauli. Dass die alte Platte während der Bauarbeiten aus dem Grassi-Museum entfernt wurde, sei zu ihrem Schutz geschehen, sagt der stellvertretende Direktor Olaf Thormann. "Aber auch aufgrund der offenen Frage, ob sie denn an dieser Stelle überhaupt erlebbar wäre." Im Gegensatz zur historischen Anlage der gärtnerischen Gestaltung der großen Höfe des Museums sei bei der heutigen Fassung auf zusätzliche schmale Wege nahe der Gebäudefronten verzichtet worden. Dadurch sei die 2009 wieder an der vormaligen Stelle montierte Grabplatte heute nur von den Hauptwegflächen aus einer gewissen Distanz wahrnehmbar. "Die Grabplatte befand und befindet sich im Übrigen nicht in der Verfügungsgewalt eines der Museen im Grassi", so Thormann. Der Auftrag für die Neu-Montage im vorigen Jahr sei vom Kulturamt der Stadt Leipzig in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde ausgelöst worden. röGrabplatte am Grassi-Museum
Foto: Armin KühneGrabplatte auf dem Südfriedhof
Foto: Armin Kühne__________
Dr. Manfred Wurlitzer
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Leipzig, den 20.05.10
An die
Artikel Röstel vom 14.05.10 "Gellerts Grabplatte…" Sehr geehrte Damen und Herren, ich bitte um Wiedergabe meines Leserbriefes, wie folgt: Beim Durchlesen des Artikels stolperte ich prompt über die Jahreszahlen 1715-1769. Wenn man den Text laut liest, wird der Hörer annehmen, Gellert hätte in dieser Zeit in der Uni-Kirche geruht. Das ist aber Gellerts Lebensabschnitt. Ich bin davon überzeugt, dass viele Leser die Angaben (in Klammern) falsch interpretieren. Auf jeden Fall ist die Formulierung nicht sehr glücklich. Der Artikel weist aber von der Sache, d.h. von den Informationen her, die dem Artikelschreiber gegeben wurden, viele Ungereimtheiten und offene Fragen auf. So fehlt natürlich die Begründung, auf die es der Leserin wahrscheinlich vorwiegend ankam, warum jetzt auf das Gellert-Grab eine unkorrekte, wenig informative und unwürdige Platte liegt, die von den Zerstörern der Uni-Kirche in Auftrag gegeben worden war. Weder die Stadt Leipzig noch die Denkmalpflege haben bis jetzt dazu Vorstellungen entwickelt oder in Aussicht gestellt. Noch vor der Sprengung der Uni-Kirche hatte die Partei den darin befindlichen, kunstvollen Gellert-Sarkophag mutwillig zerstören lassen und die Grabstelle auf dem Südfriedhof so gestaltet, dass sie möglichst nicht ins Auge fällt. Und jetzt, im Jahr 2009, hat Gellert nun auch die kunstvolle Grabplatte verloren, die sein ursprüngliches Grab über 100 Jahre geschmückt hatte und nur für wenige Jahre zu den Gebeinen zurückgekehrt war. Sie befindet sich jetzt weitab vom Grab im Hof des Grassimuseums. Der Text beginnt mit den Worten: "Hier ruhet …Gellert." Das ist natürlich grotesk, weil unwahr. Übrigens wurde das Grassimuseum in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gebaut und hat keinerlei Bezug zur Person Christian Fürchtegott Gellert. Glücklicherweise kann kaum jemand den schwer lesbaren Text entziffern, der sich in mindestens 3,50 m Höhe befindet. Manfred Wurlitzer 04277 Leipzig
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